Egal in welchen Medien man sich aktuell aufhält ist Digitalisierung ein Schlagwort und insoweit man den zahlreichen Beiträgen Glauben schenkt, auch eine Entwicklung der man nicht entkommen kann. Und selbst wenn man als Mensch sein Leben bewusst ausschließlich analog gestalten könnte, stellt man sich schnell die Frage, warum man das tun sollte. Bei aller Analog-Nostalgie scheint das Leben ohne Digitales vor allem einsam zu werden. Fast jeder Lebensbereich ist spürbar von Innovationen und neuen technischen Möglichkeiten erreicht. Der Glanz des Neuen ist attraktiv und wirkt sich für viele Menschen bereichernd aus. Allerdings kann dies leicht von einer in unserer alternden Gesellschaft nicht unwesentlichen Gruppe ablenken: Menschen mit, sagen wir mal, ausbaufähiger Digitalkompetenz. Technologie bringt insbesondere für weniger technisch affine Menschen eine relativ hohe Grundkomplexität mit sich. Diese egalisiert sich zwar mit zunehmender Erfahrung nach und nach, stellt aber ein nicht unwesentliches Hemmnis dar, um am zunehmend digitalen gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Als Kirche haben wir einen Auftrag, der sich an alle Menschen richtet und somit haben wir eine besondere Verantwortung niemanden zurückzulassen. Dies ist im Kontext von gesellschaftlicher Digitalisierung nicht anders.

„Erschließt sich die Kirche den digitalen Raum nicht, verpasst sie einen entscheidenden Lebensraum junger Menschen.“

Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der EKD, auf der EKD-Jahrestagung in 2017; Quelle: Süddeutschen Zeitung

Wenn wir also unseren Sendungsauftrag zu allen Menschen ernstnehmen und junge Menschen sich vor allem digital bewegen, ist Digitalisierung für uns in der Kirche nicht optional. Dies muss ein wichtiger Teil unseres Denkens und Handelns sein.

Wer sind wir als Kirche morgen? Das ist eine Frage, die nicht durch technologischen Wandel aufgeworfen wird, sondern tief in unserem reformatorischen Wesen verankert ist. Als Evangelisch-lutherische Kirche Hannovers stellen wir uns diese ebenso, wenn es um das Stemmen der Digitalisierung geht. Unsere Kirche, unser Glaube ist lebendig. Und so ist stetige Veränderung ein Ausdruck von kirchlichem Leben. Wir müssen uns also vor den aktuellen Herausforderungen genauso wenig fürchten wie vor den Veränderungen der Vergangenheit, die wir gemeinsam gemeistert haben. Im Dialog miteinander werden wir auf die vielen Fragen Antworten finden und Schritt für Schritt zusammen in eine digitale Zukunft gehen.

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