Der Videospielbereich ist mittlerweile eine mediale Größe, die sogar Hollywood in Zahlen überholt hat. Alleine in Deutschland sind über 34 Millionen Menschen Gamer – also Menschen, die „zumindest gelegentlich Computer- und Videospiele spielen[1]“.

Den Auftrag, den wir als Kirche haben, hinaus in alle Welt zu gehen (Mt 28, 19), beinhaltet, dass wir als Christ*innen uns auch in vermeintlich unkirchliche Gebiete wagen müssen, solange sich dort Menschen aufhalten.

Durch die Entwicklung der Kirche als Volkskirche – also eine Kirche mit Integrations- und Öffentlichkeitsanspruch für die ganze Gesellschaft – haben wir in einer pluralistischen Gesellschaft eine Integrationsaufgabe. Diese gilt auch für die medialen Ebenen der Gesellschaft.

Das CVJM hat zusammen mit Main Quest Ministries e.V. zu diesem Thema am 16.11. in Kassel eine Konferenz veranstaltet.

An dieser Konferenz mit dem Namen LevelUp nahmen knapp 40 junge Erwachsene Menschen teil und diskutierten einen Tag lang über die Möglichkeiten, die Kirche in den Bereichen Gaming und Popkultur haben kann. Auch die Grenzen und Schwierigkeiten wurden dabei angesprochen.

Zunächst stellte Ruben Ullrich, Referent für junge Generation und TEN SING vom CVJM Deutschland Ideen vor, wie man anhand von japanischen Animes oder Videospielen Andachten in der Lebenswirklichkeit junger Menschen verorten kann.

Die Reaktionen zeigten, theologisch sind in diesen Medienbeispielen zahlreiche Themen, dies war deutlich, gerade da Einige die genannten Beispiele zuvor nicht kannten. Die theologische Authentizität der liturgischen Person ist hierbei ein wesentlicher Faktor einer Andacht.

In einer zweiten Einheit wurden erste kirchliche Beispiele aus dem Bereich der Gaming- und Popkultur vorgestellt.

So fand 2019 das erste eSport Camp des CVJM in München statt. Junge Menschen haben eine Woche zusammen gelebt, gebetet, Geschichten gehört und gezockt.

Wolfgang Loest von der Lippischen Kirche hat sein YouTube Projekt „nerdgemeinde.de“ vorgestellt und von den Kontakten und Kommentaren darauf berichtet.

In beiden Projekten zeigt sich, hier werden Menschen mit Kirche konfrontiert, die in der klassisch, parochialen Kirchengemeinde bislang kein Zuhause finden konnten.

Dennoch ist es bislang immer Kontakt auf Zeit und kann nur auf kirchliche Gemeinschaft auf Dauer verweisen.

Als letzten Impuls stellte Amin Josua sein ambitioniertes Projekt „one of the 500“ vor. Ein Videospiel, bei dessen Entwicklung unter Anderem die Landeskirche Württemberg Projektpartner ist.

Josua beschreibt das Spiel als Action-Abenteuerspiel aus der Perspektive der 3. Person, in der man als Fischerjunge in der Zeit Jesu mit den großen Fragen des Lebens konfrontiert ist. Besinders wichtig ist dem Diplom-Theologen dabei die theologische Fundiertheit des Spiels, ohne dass dabei ein moralischer Zeigefinger das Spiel dominiert.

Am Nachmittag dann hatten alle Anwesenden die Gelegenheit sich mit Amin Josua, Robin Feldhaus, Gemeindepädagoge in der EKHN und mir über Ihre Wünsche und Ideen in dem Bereich Gaming und Kirche auszutauschen.

Dabei kamen auch die wichtigen Themen Spielsucht und die Frage nach erhöhter Gewaltbereitschaft durch Videospiele zur Sprache.

Diese Themen sollen in der 2. LevelUp Konferenz im Mai 2020 mehr in den Fokus genommen werden. Bei dieser ersten Konferenz lag der Schwerpunkt darin ein Netzwerk aufzubauen und zu schauen, ob dieses Thema eine Relevanz hat.

Das erste Zwischenfazit: Trotz geringer Werbung verbreitete sich die Konferenz durch soziale Medien gut und stieß auf viel Interesse. Das scheinbare Nischenthema zeigt Potential, das Evangelium neu und in anderer Sprache jungen Menschen in Ihrer Lebenswirklichkeit zugänglicher zu machen.

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/712928/umfrage/anzahl-der-computerspieler-in-deutschland/

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